Auswandern / Leben in Costa Rica

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Auswandern / Leben in Costa Rica

Beitragvon gatogris » So 13. Apr 2008, 19:18

Ich habe vor, nach Costa Rica zu gehen - zunächst für 2-3 Monate für einen Spanisch-Intensivkurs und um das Land nach vielen Internetrecherchen auch persönlich kennen zu lernen. Danach will ich dann dort als "pensionado" leben. Nach dem was ich lese muss das Land sehr schön sein und mit einer Rente, die in Deutschland nicht zum Leben reicht, soll man dort angeblich recht ordentlich leben können. Auch weil z.B. wegen des Klimas nie Heizkosten anfallen, die ja hier die Miete ganz schön verteuern.

Hat hier jemand Erfahrung mit dem Leben in Costa Rica oder kennt jemanden, der ausgewandert ist? Ich habe ein wenig gestöbert, die Hochebene um San Jose hat wohl im Sommer das angenehmere Klima, scheint sehr dicht besiedelt zu sein, so dass mir ein Wohnen in schöner landschaftlicher Umgebung dort fraglich erscheint.
Wo kann man preiswert in schöner Landschaft, aber doch relativ ortsnah leben? Für mich ist ein gewisses Mindestmaß an Infrastruktur wichtig, da ich das Internet täglich mehrere Stunden benötige und man damit meist auf dem Lande schlecht dran ist.

Bin für jeden Tip dankbar.
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Re: Auswandern / Leben in Costa Rica

Beitragvon cantaro » Mo 21. Apr 2008, 13:10

gatogris hat geschrieben:Hat hier jemand Erfahrung mit dem Leben in Costa Rica oder kennt jemanden, der ausgewandert ist?

Von Costa Rica im Speziellen kann ich leider nichts erzählen, aber ich glaube, dass meine Erfahrungen aus Argentinien möglicherweise hilfreich sind. Ein paar wichtige Punkte sind:
    Lebenshaltungskosten: die deutsche Rente wird sicherlich bei weitem weiter reichen als in Deutschland. Ein Bekannter hat seine Mutter nach Argentinien geholt, die mit ihren ca. 600 EUR pro Monat ganz erklecklich leben kann. Wahrscheinlich ist die Kaufkraft in lokalen Gütern und Dienstleistungen in Costa Rica eher noch höher.
    Lebensniveau: vermutlich niedriger als in Argentinien; die meisten Straßen werden unasphaltierte/unbetonierte Erdstraßen sein, die bei/nach Regen eher schlecht befahrbar sind. Fließendes Wasser, ordentliche Elektrizität, Telefon (besonders Mobilfunk) und Internet dürften auf Städte und wichtige Überlandstraßen beschränkt sein.
    Krankenversicherung: als Pensionäre leiden leider viele Menschen an Krankheiten und Gebrechen, die häufiger medizinische Hilfe erforderlich machen. In Argentinien gibt es eine (wenn auch chronisch unterfinanzierte) kostenlose öffentliche Notfallversorgung. Medikamente muss man fast immer selbst bezahlen. Das dürfte in Costa Rica kaum anders sein, von daher ist eine Auslandskrankenversicherung, die diese Kosten deckt oder ein gesundes finanzielles Polster für solche Ausgaben einzuplanen.
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Beitragvon Campanita » Mo 21. Apr 2008, 13:36

Ich muß immer schmunzeln, wenn Lateinamerika so pauschal abgehandelt wird. Was sind schon die über den Daumen geschätzten 6000 km Entfernung zwischen Costa Rica und Argentinien, schließlich sind ja beide spanisch sprechende Länder.
Bitte, es kann sein, dass alles so ist wie cantaro oben ausgeführt hat. Bestimmt finde ich zwischen Spanien und Estland, die ja beides europäische Länder sind, bis auf die Sprache auch drei Übereinstimmungen ...

Cantaro: bitte nicht angegriffen fühlen und ich habe durchaus die einschränkenden Formulierungen in deinem Post gesehen. Und es ist auch super nett, dass du dich eines nicht beantworteten Beitrags erbarmt hast. Meine Bemerkung ist nur allgemeiner Natur.

Cordiales saludos,
Gisela
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Re: Auswandern / Leben in Costa Rica

Beitragvon NN » Mo 21. Apr 2008, 14:12

Pura vida, gatogris,

leider keine eigenen Erfahrungen, aber schau mal hier.

Viel Erfolg & Grüße, Stefan
http://www.earthlings.com/
ä ö ü Ä Ö Ü ß ñ á é í ó ú ¿ ¡
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Beitragvon Cynthia » Mo 21. Apr 2008, 16:03

der Link ist sicher ganz nett zum ein bisschen Stöbern und einlesen... sollte aber nicht zu ernst genommen werden. Da werden teilweise ganz schön gewöhnungsbedürftige Kommentare gemacht. Also vorsicht und nicht erschrecken!
Zur Beruhigung: in CR gibt es mit fließendem Wasser und Strom auch außerhalb des Valle Central keine Probleme.

Andererseits würde ich aber raten: Bevor nähere Auswanderungspläne geschmiedet werden: Schritt für Schritt... erstmal hinfahren... angucken... Sprachekurs machen ist super... und erst dann an wirklich auswandern denken.

Das Land ist es wert, in Ruhe betrachtet zu werden und nicht "ah, da ist es billiger, da gehe ich hin" (übrigens sooo billig ist es gar nicht (mehr)).

Pura vida! Cynthia.
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Beitragvon gatogris » Mo 21. Apr 2008, 16:18

Muchas gracias!
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Costa Rice

Beitragvon CMurcia » Mo 21. Apr 2008, 18:20

Cynthia hat geschrieben:der Link ist sicher ganz nett zum ein bisschen Stöbern und einlesen... sollte aber nicht zu ernst genommen werden. Da werden teilweise ganz schön gewöhnungsbedürftige Kommentare gemacht. Also vorsicht und nicht erschrecken!
Zur Beruhigung: in CR gibt es mit fließendem Wasser und Strom auch außerhalb des Valle Central keine Probleme.

Andererseits würde ich aber raten: Bevor nähere Auswanderungspläne geschmiedet werden: Schritt für Schritt... erstmal hinfahren... angucken... Sprachekurs machen ist super... und erst dann an wirklich auswandern denken.

Das Land ist es wert, in Ruhe betrachtet zu werden und nicht "ah, da ist es billiger, da gehe ich hin" (übrigens sooo billig ist es gar nicht (mehr)).

Pura vida! Cynthia.



Ich habe die letzten Tage hier im andalusischen Granada ausgiebig mit einem US-Amerikaner gefeiert, der in Costa Rica lebt und dort bei Environmental Resource Managment arbeitet: (.¿?..erm.com)

1. Man kommt in Costa Rica auch mit Englisch über die Runden.
2. es gibt eine Volksgruppe von Haïtianern, die französisch sprechen.
3. spanisch sowieso
4. Landesvorwahl +1 oder 001 also USA
5. Quasi Teilstaat der USA (kannte in den 60er Jahren US-Offiziere mit offiziellem Wohnsitz in Costa Rica). Das lässt Zweifel an der extremen Billigkeit aufkommen.
6. dürfte weniger mittelalterlich sein als oft vermutet.
7. was der amerikanische Einfluss auf Gesundheitssysteme vermuten lässt sind hohe Preise.

Ich schreibe den in den nächsten Tagen an und werde ihn fragen, wo man am besten Infos bekommt.

Soweit mein profundes Halbwissen. Grüsse von Fritz aus Granada
Fritz
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Re: Costa Rice

Beitragvon CMurcia » Mo 21. Apr 2008, 18:32

Ich bin offensichtlich noch verkatert und habe so Costa Rica mit
Puerto Rico verwechselt: Also einfach nicht wahrnehmen!!!
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Beitragvon gatogris » Mo 21. Apr 2008, 18:56

Ich habe gerne Eure Beiträge gelesen und nun auch das Costa-Rica-Forum durchstöbert. Ich sehe, dass du, Cynthia, als Wohnort Costa Rica angegeben hast.
Das macht natürlich deine Erfahrungen besonders wertvoll für mich.
Ich würde also sehr gerne mehr von dir über das Land und deine Erfahrungen wissen. Ich weiss nicht, ob das dann vielleicht über den Rahmen des Forums hier hinausgeht. Wäre es ok fuer dich, wenn ich dich direkt anmaile und welches wäre gegebenenfalls deine Email-Adresse?
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Beitragvon Wara » Mi 23. Apr 2008, 17:47

Hallo,
schau Dir doch mal die Gegend um Puerto Jiménez beim Golfo Dulce an. Ist wunderschön. Ich war da, allerdings ist es schon ein bisschen her, das war 1994. Sicher ist das Dorf jetzt ein wenig gewachsen. Aber das Meer ist sehr schön da, eine schöne Bucht und nicht hoher Wellengang, ich bin da morgens mit den Pelikanen geschwommen.
Gruss,
Wara
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Re: Costa Rice

Beitragvon Vitalicio » Do 24. Apr 2008, 07:33

Hallo, Hallo:

Na ja, daß in Costa Rica viele Amerikaner sind und diese egal wo sie in etwas gehäufter Form auftauchen, sagen, daß alles so ist wie in den USA, mag wohl zutreffen, zumal, die sich gerne auch mit ihresgleichen abgeben und umgeben.

Fakt ist, daß man als Tourist wirklich gut mit Englisch durchkommt. Spanisch selbstredend empfehlenswert ist, vor allem wenn Gespräche geführt werden sollen, die über die üblichen Touristenprobleme hinausgehen.

Obwohl Costa Rica als die Schweiz Amerikas angesehen wird, ist es noch ein Land der sogenannten dritten Welt, d.h. vor allem für ältere Leute: eine private Krankenversicherung ist empfehlenswert. Das Gesundheitsystem ist nicht so stark ausgeprägt wie in Deutschland. Soweit ich weíß müssen kompliziertere Sachen in San José abgewickelt werden. Ist glaube ich, die einzige Universitätsklinik im Lande.

Ich weiß, daß Leute, die in Costa Rica schwer erkranken, doch dann lieber wieder zur Durchführung der entsprechenden Operationen die heimischen Krankenhäuser vorziehen. Auch die Wartezeiten sind Costa Rica nicht unerheblich.

Die "Ticos" sind nette Leute. Auf der Hochebene (San José, Alajuela, Cartago usw.) ist es für hitzeempfindliche Mitteleuropäer weit angenehmer als in den tropische heißen Tiefebenen.

Wenn man bedenkt, daß eine Führungskraft der mittleren Ebene dort, mal gerade ein bißchen mehr verdient, als daß, was unterm Strich hier ein Harz 4-Empfänger (Miete einschl. usw.) erhält, bei einer Fünf-Tage-Woche, ich glaube 20 Tagen Jahresurlaub, aber daß wird einen Rentner wohl nicht so sehr interessieren, dann kann man sagen, daß es sich dort mit dem guten Euro ganz gut aushalten läßt.

Die Ticos lassen es jedoch ruhig angehen, d.h. ein leeres Restaurant kann durchaus 3 Kellner beschäftigen, 2 stehen rum, einer schafft. Bei Bautrupps ist es nicht unbedingt anders. Die Arbeitskräfte sind halt billig.

Standart ist, daß die Ausländer, die die Geldgeber sind und die Ticos, und falls diese nicht wollen, die Nicos (Nicaraguaner) für sich arbeiten lassen.

Gewaltproblem wird auch in Costa Rica immer stärker. Überfälle häufen sich. In San José, Heredia usw. sind viele Häuser zu Festungen ausgebaut.
Columbien ist da auch nicht mehr ganz so weit weg.

Die sind wirklich sehr us-amerikanisch ausgerichtet. Banenmilchshake aus der Tüte, obgleich die Staude um die Ecke steht. Die besser verdienenden fliegen auch mal gerne nach Miami zum einkaufen. Der costarikanische Fuhrpark brauch auch fast alle Ersatzteile aus den USA, aber die dann gleich als Teilstaat der USA zu bezeichnen, dafür muß man glaube ich wirklich US-Amerikaner sein, im Sinne von "We are a great nation".

Ansonsten alles ¡Pura Vida!

Gruß Vitalicio

Übrigens Landesvorwahl ist **506
No blasfemes contra Dios por haber creado el tigre, más bien agradécele que no le diera alas.
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Beitragvon Constanze » Do 24. Apr 2008, 08:56

CMurcia (Fritz) hat doch schon zugegeben, dass er in Eile Costa Rica mit Puerto Rico verwechselt hat... :wink:

Leider kann ich zum Thema so gar nichts sagen. Was Costa Rica betrifft, ist mir lediglich die Entführung einer Gruppe deutscher Geiseln (darunter eine junge Frau aus der Nähe meines Heimatortes) in Erinnerung, die dann ein paar Jahre später schön kitschig unter Verklärung des Stockholm-Syndroms verfilmt wurde... :shock:
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. (Mahatma Gandhi)
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Beitragvon gatogris » Do 24. Apr 2008, 13:37

Vielen Dank Euch allen. Der Tip mit dem Costa-Rica-Forum war sehr hilfreich, kann ich nur weiter empfehlen, Die Leute da sind sehr sachkundig.

Que pases unos días agradables.
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Beitragvon tubiru » Fr 10. Sep 2010, 13:27

Dem Dank schließe ich mich nur zu gerne an. Aus S-Amerika gibts meist nur die Räuberpistolen aber mit den sachlichen Infos kann man dann doch seine Eltern beruhigen, wenn man wie in meinem Fall ne Weile hinfährt.
greencards für Costa Rica! ;-)
Zuletzt geändert von tubiru am Fr 17. Sep 2010, 08:43, insgesamt 1-mal geändert.
Taba Tuba Tabu. Tubi Tuba Tubiru.
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Beitragvon gatogris » Fr 10. Sep 2010, 15:43

Wow, das nenne ich aber "nachhaltig", Antwort nach weit über 2 Jahren ...
Naja, ich habe mich dann doch noch weiter schlau gemacht und mich letztendlich für Panama entschieden, wo ich nun schon fast zwei Jahre sehr zufrieden lebe. Wer Info über Panama sucht, findet u.a. hier eine Menge Links und auch ein paar Berichte: http://www.mein-panama.de
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